Gedanken zum Komponieren

Musik - Komponieren - Finde das Wesentliche - Suche die passenden Sterne für Dein Stück
Komponieren bedeutet für mich, das Wesentliche für das jeweilige Stück herauszufiltern.

Ein kleiner Einblick zum Entstehungsprozess meiner Musik.

In meiner inneren Vorstellungswelt ist Avior eine andere Welt. Sie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von unserer realen Wirklichkeit. In Zeiten von Corona verändert sich auch immer mehr die Welt in der wir leben. Gewohnheiten, die lange als selbstverständlich galten, müssen geändert werden. Diese Veränderungen betreffen viele Lebensbereiche der Menschen, und viele ahnen, dass die Welt nicht mehr die gleiche sein wird oder schon nicht mehr ist. 

Viele Menschen können das schwer akzeptieren, sie können schwer mit Veränderungen umgehen. Sie hatten  vielleicht schon vor der Pandemie Schwierigkeiten mit Veränderungen, und jetzt, in dieser einschneidenden Zeit um so mehr. Ich meine dabei nicht die akuten finanziellen Totalausfälle, die u.a. viele Künstler und viele andere Berufsgruppen zur Zeit haben, sondern ich meine große gesellschaftliche Veränderungen. Es geht darum, aus den aktuellen Veränderungen entsprechend zu lernen und Weichen für die Zukunft zu stellen. Es geht darum, Wertigkeiten neu zu definieren und Visionen für die Zukunft zu entwickeln. 

Veränderungen bieten neue Perspektiven und Wege zur Neuorientierung. Die Veränderung, die Aufgabe von Gewohnheiten, also auch der Wechsel der Perspektiven lässt manche Dinge in einem anderen Licht erscheinen. Lichter, die vielleicht vorher nicht gesehen wurden oder nicht gesehen werden wollten. Ein neuer Blick auf den kapitalistischen Wachstumsgedanken, die Chancen der Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Arbeitskultur, Bildung, Zusammenhalt und Verbundenheit, kann eine neue Sichtweise der Dinge bewirken und womöglich Alternativen aufzeigen, die in eine nachhaltigere Richtung gehen können.

Der kompositorische prozeß

Mein kompositorischer Prozeß im Hinblick auf Veränderungen knüpft genau daran an. 

Alles beginnt mit einer Idee! 

Manchmal ist es auch eine Grundstimmung, ein Gefühl oder ein Motiv, der gewisse Funke! 

Es ist die Inspiration für eine bestimmte Sache! 

Der grundlegende Prozeß ist nun, diesen Funken weiter zu entwickeln, und zwar auf mehreren Ebenen, immer in Abhängigkeit von der jeweiligen musikalischen Aussage und künstlerischen Absicht.

Genauso sollte es auch in der realen Wirklichkeit sein, um positive Veränderungen zu bewirken. Man braucht Visionen für die Zukunft, auf die man Hinarbeiten kann. Diese Visionen, oder diese Funken oder Inspirationen im künstlerischen Prozeß sind der Ausgangspunkt für alles weitere. 

Im künstlerischen Schaffensprozeß kann es sein, dass ein Stück schon recht klare Formen in meiner Vorstellungskraft hat. Es kann aber auch sein, dass das Stück durch experimentieren und motivisch thematische Entwicklung allmählich entsteht. 

Im Prinzip ist es dann so, dass ich bestenfalls eine klare Vorstellung von dem Stück als Ganzes habe, dann geht es im kompositorischen Prozeß letztlich darum, dieser mentalen Vorstellung in meinem Kopf so Nahe wie möglich in der realen Außenwelt gerecht zu werden. Es ist dann so als würde ich mit verschiedenen Filtern arbeiten. Es gibt Millionen von Möglichkeiten, und nun heißt es alles Unwichtige wegzulassen, also zu filtern. 

Manchmal ist es dann im kompositorischen Prozeß so, dass ich durch mein Filtern wieder gewisse Dinge neu entdecke, die diesen oder jenen Aspekt in einem neuen Licht erscheinen lassen. Manchmal verfolge ich dann diesen Weg, und manchmal nicht. Es ist manchmal wie eine Reise, in der man auch verschiedene Perspektiven einnehmen kann und/oder einmal einen anderen Weg einschlagen kann. Manchmal entpuppt sich dann das Unscheinbare als das eigentlich Wichtige. Diese künstlerische Arbeit bzw. künstlerische Freiheit kann manchmal sehr anstrengend und zeitintensiv sein, bei der ich dann auch mal vergesse zu essen, aber es ist letztlich für mich nicht eine Frage des Wollens, sondern es ist eine Arbeit die ich machen muss. Mich zwingt niemand dazu es zu tun, aber in meinem Inneren bin ich aufgewühlt und kann nicht anders. Ich habe keine Wahl, und irgendwie ist diese unbestimmbare kreative Antriebskraft eines der schönsten Dinge die ich mir vorstellen kann. 

Das abmischen als weiterer faktor der gestaltung

Wen es dann nach der kompositorischem Arbeit an das Aufnehmen und Abmischen geht, sind dabei bestenfalls gewisse Entscheidungen zum Arrangement hinsichtlich der Mischverhältnisse schon berücksichtigt worden. Denn letztlich hängen alle Schritte miteinander zusammen, und ein gutes Musikstück ist das Produkt aus unzähligen richtigen Entscheidungen. Das kann im Mixingprozess einige Zeit ersparen. Darum ist es wichtig, von vornherein den kompletten Prozeß im Auge zu behalten. 

Beim Abmischen verhält es sich wie mit den verschiedenen Gewürzen eines guten Gerichts. Bei einem Gericht sind manche Dinge im Vordergrund und manche im Hintergrund, um das jeweils Präsente entsprechend zu unterstützen bzw. in ein entsprechendes Gewand zu umhüllen. Essentielle Werkzeuge beim Abmischen sind der Equalizer, Kompressor, Hall und Delay. Alle Möglichkeiten aufzuzählen und ins Detail gehen, würde glaube ich den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen. 

Nach dem Abmischen geht es dann an einen weiteren wichtigen Arbeitsschritt. Das Mastering. 

Wichtige Faktoren sind hierbei das Normalisieren, der Headroom, Multiband-Kompressor, Equalizer, Panorama, Limited und das Dithering. 

Ich hoffe, dass ich euch meine Gedankenwelt etwas näher bringen konnte.

Falls ihr Fragen dazu habt, schreibt mir einfach in das Kontaktformular.

All the best!